–  Medienmitteilung

Schattenbericht der schweizerischen Zivilgesellschaft zur Umsetzung der Agenda 2030 zu nachhaltiger Entwicklung

In ihrem am 6. Juli veröffentlichten Bericht sieht die Plattform Agenda 2030 die Schweiz nicht auf Kurs für eine nachhaltige Welt. Sie fordert zusammen mit ihren Mitgliedsorganisationen vom Bundesrat mehr Leadership für die notwendige Transformation, um Armut zu halbieren, Klima und Menschenrechte zu schützen, sowie den Finanzplatz in die Pflicht zu nehmen. SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ ist Mitglied der Plattform Agenda 2030 und hat an den Kapiteln Gesundheit und Geschlechtergleichstellung mitgearbeitet.

Die Plattform Agenda 2030 fordert in ihrer Medienmitteilung vom Bundesrat mehr Leadership für nachhaltige Entwicklung. Er muss den notwendigen Mut aufbringen, tatsächlich transformatorische Lösungen zu entwickeln. Mit kosmetischen Anpassungen dem Business as usual ein buntes SDG-Mäntelchen überzuziehen reicht nicht aus. Gefragt ist tatsächliche Transformation, um den Wechsel in eine nachhaltige Gesellschaft zu schaffen.

Um die 17 SDGs zu erreichen ist eine klare Ausrichtung aller Politikfelder an den Zielen und der Ambition der Agenda 2030 notwendig. Die Plattform fordert effiziente Massnahmen, um die erkannten Defizite rasch anzugehen. Dazu gehört eine Strategie, die aufzeigt, wie die Armut in der Schweiz bis 2030 halbiert werden kann.

Lesen Sie hier die Analysen und Handlungsempfehlungen der Plattform Agenda 2030: www.plattformagenda2030.ch/bericht-zivilgesellschaft/

Forderungen im Bereich der sexuellen Gesundheit und Rechte

Der Schattenbericht der Plattform Agenda 2030 zu nachhaltiger Entwicklung enthält auch mehrere Forderungen zum Thema sexuelle Gesundheit und Rechte, die SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ hervorhebt. Konkret kritisiert die Zivilgesellschaft, dass in der Schweiz der Zugang zur Gesundheitsversorgung im Bereich der sexuellen Gesundheit nicht für alle gesichert ist, insbesondere für geflüchtete Frauen oder Sex-Arbeitende, sowie LGBTI+-Menschen.

Sie fordert, dass die Schweiz das Angebot an barrierefreier, niederschwelliger und diskriminierungsfreier Gesundheitsversorgung im Bereich sexueller Gesundheit für alle ausbaut. Sie soll sich auch im Rahmen der humanitären Hilfe und der internationalen Zusammenarbeit für die Förderung der Gesundheit inklusive der sexuellen und reproduktiven Gesundheit in Partnerländern einsetzen. Weiter fordert sie, dass die Schweiz die Istanbul Konvention konsequent umsetzt.

Zudem sollen Bund und Kantone die sexuelle Bildung basierend auf fachlich anerkannter Qualitätskriterien fördern. Und um die genaue Dimension und Entwicklung bei Femiziden zu erfassen, sollen vollendete und versuchte Tötungsdelikte, die einen Bezug zu Geschlecht haben, in der Kriminalstatistik separat erfasst werden.

Die Plattform Agenda 2030 stellt ihren zivilgesellschaftlichen Bericht am Hochrangigen Politischen Forum der UNO vor, das vom 5. bis 15 Juli in New York stattfindet. Sie stellt damit ihre eigenen Analysen und Handlungsempfehlungen dem offiziellen Schweizer Länderbericht gegenüber, den Bundesrat Cassis am 12. Juli dem Forum in New York vorstellen wird. Wir laden den Bundesrat ein, mit uns zusammenzuarbeiten, um die nationale Strategie für nachhaltige Entwicklung 2030 und den dazugehörigen Aktionsplan zu überarbeiten.