Plattform Agenda 2030: «Bundesrat braucht mehr Mut und neue Impulse»
Vier Jahre vor Ablauf der Frist für die Agenda 2030 fällt die Bilanz der Schweiz ernüchternd aus: Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) sind in weiter Ferne, und der politische Wille erlahmt sichtbar. Als Antwort auf diesen Stillstand veröffentlicht die Plattform Agenda 2030 ihr Impulspapier «Mut zur Nachhaltigkeit» und fordert den Bundesrat auf, endlich Taten folgen zu lassen – national wie international –, um diese gemeinsame Vision Wirklichkeit werden zu lassen.
Der Bundesrat hat am 13. Mai den vierten Länderbericht zur Umsetzung der UNO-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Agenda 2030 vorgelegt. Während bei der Kreislaufwirtschaft und den erneuerbaren Energien langsame Fortschritte sichtbar sind, verschärfen sich soziale Ungleichheiten und die ökologische Krise. Der mutlose Kurs der Landesregierung ist ein Alarmzeichen: Statt als internationaler Vorreiter in wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit zu investieren und damit Sicherheit und Wohlstand zu stärken, scheint der Bundesrat lieber Ausreden zu suchen, um seine Passivität zu rechtfertigen, anstatt zu handeln.
Als Gegenentwurf präsentiert die Plattform Agenda 2030 mit ihrem neuen Impulspapier einen konkreten und konstruktiven Fahrplan. «Die Umsetzung der Agenda 2030 ist kein Selbstzweck, sondern liegt im ureigenen Interesse der Schweizer Bevölkerung. Bundesrat und Parlament müssen Armut, Diskriminierung und gesellschaftliche Ungleichheiten, den Schutz von Artenvielfalt und Klima sowie den Wandel zu einer Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen konsequenter angehen», betont Rianne Roshier, Geschäftsleiterin der Plattform Agenda 2030.
Verantwortung übernehmen – in die Zukunft investieren
Gerade in unsicheren Zeiten ist kein Platz für Abwarten: der Einsatz für Demokratie, Menschen-rechte und nachhaltige Entwicklung ist wichtiger denn je. Als neutrales, wohlhabendes und innovatives Land mit einer starken humanitären Tradition hat die Schweiz beste Voraussetzungen um als internationales Vorbild voranzugehen: «Die Schweiz muss sich laut und deutlich für den demokratischen Pluralismus und die regelbasierte Weltordnung einsetzen. Investitionen in Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit sind Investitionen in den sozialen Frieden und eine sichere Welt.» meint Valentina Darbellay, Co-Präsidentin der Plattform Agenda 2030.
Lebensqualität für alle erhöhen
Nachhaltigkeit ist keine abstrakte Vision, sondern betrifft den Alltag der Menschen direkt: Dass Armut und Diskriminierung in diesem Ausmass in der Schweiz weiterhin Realität sind, ist inakzeptabel. Die Zivilgesellschaft fordert eine effektive nationale Armutsstrategie und mehr gesellschaftliche Chancengleichheit ebenso wie den Abbau biodiversitäts- und klimaschädlicher Subventionen und die stärkere Förderung der Kreislaufwirtschaft und Gemeinwohlökonomie. Die negativen internationalen Auswirkungen des Finanzsektors, des fossilen Rohstoffhandels wie auch internationaler Lieferketten müssen konsequent abgebaut werden. «Der Fortschritt der Schweiz misst sich am Wohl und den Möglichkeiten der Ärmsten und Benachteiligten.» führt Patrik Berlinger, Co-Präsident der Plattform hinzu. « Das Leitprinzip der Agenda 2030 «Niemanden zurücklassen» gilt als Richtschnur allen politischen Handelns.»
Jetzt handeln!
Unser Impulspapier zeigt: die Richtung für nachhaltige Entwicklung ist klar, und die Lösungen sind vorhanden. Es fehlt nicht an Know-how, sondern am politischen Willen, diese umzusetzen. Die Plattform Agenda 2030 ruft Bundesrat und Parlament auf, die Komfortzone zu verlassen und die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 endlich als strategische Priorität zu behandeln. Die Zivilgesellschaft bleibt am Ball: Sie wird die vom Bundesrat angekündigten Massnahmen konstruktiv begleiten und nachhaltige Entwicklung unnachgiebig und konsequent einfordern – der Zeitpunkt zu handeln ist jetzt.
Mehr Informationen
- Impulspapier «Mut zur Nachhaltigkeit»
- Länderbericht der Schweiz 2026
SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ ist Mitglied der Plattform Agenda 2030.
