Sensoa-FLAGGENSYSTEM

Professioneller Umgang mit angemessenem und mit grenzüberschreitendem sexuellem Verhalten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Das Flaggensystem ermöglicht die Beurteilung von sexuellem Verhalten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Es unterstützt Fachpersonen, welche mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeiten, dieses Verhalten professionell zu begleiten oder darauf zu reagieren. Das Flaggensystem ist eine sexualpädagogische Methode, die in Belgien und den Niederlanden entwickelt wurde und sich dort seit vielen Jahren bewährt.

Weitere Informationen sind auf der Website https://​flag​sy​stem​.org/ verfügbar.

IPPF Europa fördert die Weiterverbreitung des Flaggensystems in Europa. SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ ist Teil dieses europäischen Netzwerkes und hat das Recht, das Flaggensystem seit 2019 in der französischsprechenden Schweiz und ab 2023 in der deutschsprachigen Schweiz zu verbreiten und zu fördern.

Die Weiterbildung trägt zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung bei (Begründung für die Finanzierung): Förderung der Geschlechtergleichstellung (SDG5) und Stärkung einer inklusiven, gleichberechtigten und hochwertigen Bildung (SDG4) durch die Förderung einer ganzheitlichen Sexualaufklärung, welche auf den Menschenrechten und den Kinderrechten beruht. Zudem strebt das Flaggensystem eine umfassende Wirkung an: Das Wohlergehen aller Menschen (SDG3).

Zielpublikum: Das Flaggensystem richtet sich an Fachpersonen, die mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen arbeiten, an Eltern und an Personen, welche im Rahmen von Freizeit und Sport mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen im Kontakt sind. 

Kursleitende: Fachpersonen sexuelle Gesundheit mit Ausbildung im Flaggensystem und Erfahrung im Bereich Menschen mit Behinderung, Kleinkindbereich oder Freizeit und Sport. Die Weiterbildungen sind auf das jeweilige Zielpublikum zugeschnitten. Zur Qualitätssicherung und zur Weiterentwicklung des Flaggensystems sind die Kursleitenden Teil einer Begleitgruppe, die sich regelmässig trifft. 

Kooperationspartner*innen für die Durchführung der Weiterbildung: In der französischsprachigen Schweiz bestehen verschiedene Kooperationen mit Fachstellen (Fondation PROFA, Kanton Waadt; SIPE, Kanton Wallis; AEF, Kanton Fribourg). In der Deutschschweiz befinden sich diese Kooperationen im Aufbau.

Die Einführung des Flaggensystems und die Durchführung der Weiterbildungen werden vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG und dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen EBGB finanziell unterstützt. 

Erste Weiterbildungen sind für Herbst 2023 geplant. Interessierte Personen können sich jedoch schon jetzt darüber informieren.

Kontakt: Annelies Steiner, Verantwortliche Bildung, SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ, annelies.​steiner@​sexuelle-​gesundheit.​ch, T. 021 661 22 33

Mögliche Weiterbildungsformate

1. Einführung in das Flaggensystem (2 bis 4 Std.).

Ziele:

  • Den Kern des Flaggensystems kennen lernen: sexuelles Verhalten von Kindern und Jugendlichen anhand von sechs Kriterien und 4 Flaggen (grün, gelb, rot, schwarz) beurteilen und einordnen
  • Sich der eigenen Rolle in Bezug auf sexuelles Verhalten von Kindern und Jugendlichen bewusst werden

2. Schulung zum Flaggensystem (2-3 Tage).

Ziele:

  • Das Flaggensystem als Methode kennenlernen: Situationen, in denen Kinder und Jugendliche sexuelles Verhalten zeigen, beurteilen können und lernen, professionell darauf zu reagieren
  • Methode im eigenen beruflichen Kontext und in Bezug auf reale Situationen anwenden können
  • Innerhalb der eigenen Institution zu einer Referenzperson in Bezug auf die Beurteilung von sexuellem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen werden

Mögliche Weiterbildungsformate werden je nach Bedarf und Zielpublikum angepasst.